Home Studio Setup

Unabhängig von der Musik, die du produzieren möchtest, gibt es eine Grundausstattung, über die jedes Home Studio verfügen sollte. Was dazu gehört und worauf du besonders Wert legen solltest, erfährst du in diesem Artikel.

DAW (Digital Audio Workstation)

Die DAW ist die Software mit der du deine Musik aufnehmen, bearbeiten, abmischen und arrangieren kannst. Du findest mittlerweile sehr brauchbare Freeware wie GarageBand (Mac) und Pro Tools First (Win und Mac), die über alle wichtigen Funktionen einer DAW verfügen:

  • Digitaler Audioprozessor (Audio digital aufnehmen, bearbeiten und mischen)
  • MIDI-Sequenzer (MIDI-Noten aufnehmen, bearbeiten und virtuelle Instrumente ansteuern)
  • Virtuelle Instrumente (empfängt MIDI-Informationen und übersetzt sie in verschiedene Instrumentenklänge)
  • Musiknotation (Umwandlung von MIDI-Noten in druckbare Noten)

Wenn dir das für den Anfang noch nicht genug ist, solltest du die Features von kostenpflichtigen DAWs wie Logic Pro X (Mac), Pro Tools, Ableton Live und Cubase vergleichen.

Audio Interface

Das Audio-Interface ist eine Hardware, die das analoge Signal von deinem Mikrofon oder Instrument in einen digitalen Input umwandelt, den du in der DAW aufnehmen und bearbeiten kannst. Das gleiche Prinzip funktioniert auch umgekehrt. So kann das Interface das digitale Signal aus deiner DAW in ein analoges Signal umwandeln und über deine Lautsprecher oder Kopfhörer wiedergeben. Worauf du achten musst:

  • Anzahl der Ein- und Ausgänge
  • Art der Inputs (z.B. Mic Input oder Line Input)
  • Verbindungsmöglichkeiten (USB, Firewire, Thunderbolt, PCIE)

Wenn du nicht gerade vorhast eine 16-köpfige Big Band aufzunehmen, kommst du am Anfang mit 2-4 Eingängen klar. Verlässliche Vertreter sind zum Beispiel das Scarlett 2i4 und PreSonus Studio 26c, die beide unter 200 Euro liegen.

Lautsprecher und Kopfhörer

Um deine Aufnahmen unverfälscht hören und abmischen zu können, benötigst du Studiomonitore. Diese haben einen flachen Fequenzgang und transparenten, klaren Sound. Das heißt, sie geben deine Aufnahme so wieder, wie sie wirklich klingt und färben den Klang nicht, wie normale HiFi-Lautsprecher. Die wohl beliebtesten Budget-Monitore sind die Rokit-Modelle von KRK. Doch egal für welche Monitore du dich entscheidest, es ist wichtig, dass du dich an deren Klang gewöhnst, um objektiv abmischen zu können.

Neben den Lautsprechern benötigt jedes Home Studio auch hochwertige Kopfhörer. Dabei gibt es 2 Möglichkeiten: geschlossene und offene Kopfhörer. Die geschlossenen Kopfhörer dienen zum Abhören beim Recording. Die offene Variante ist hingegen zum Mischen gedacht. Zwar ist es für Anfänger besser mit Studiomonitoren abzumischen, bei einer schlechten Raumakustik oder einem begrenzten Budget sind Kopfhörer jedoch eine gute Alternative.

MIDI-Controller

Zunächst einmal musst du verstehen was MIDI bedeutet. MIDI steht für "Musical Interface Digital Interface". Du kannst es dir, als die Sprache vorstellen, mit der deine digitalen Instrumente miteinander kommunizieren. MIDI sagt deinen virtuellen Instrumenten, welche Noten sie spielen sollen.

Ein MIDI-Keyboard ist ein Hardware-Gerät, das zur Eingabe von MIDI verwendet wird. Anders als der Name vermuten lässt, erzeugt es selbstständig keine Töne, sondern steuert das virtuelle Instrument, dem es die MIDI-Befehle sendet. Daher auch die Bezeichnung MIDI-Controller. Wenn du keine weiteren Instrumente besitzt, kannst du mit virtuellen Instrumenten und Samples dennoch eine Menge kreieren.

Im Prinzip funktionieren alle MIDI-Keyboards nach dem gleichen Prinzip, bieten jedoch unterschiedliche Features wie Pitch-Räder, Arpeggiator und Sequenzer. Bei der Wahl deines MIDI-Keyboards solltest du auch auf die Anzahl der Tasten und die Anschlagsdynamik achten. Wenn du mit wenigen Tasten (25) auskommst, ist das Akai MPK Mini MkII eine beliebte Allzweckwaffe. Es verfügt über Drum Pads, 8 zuweisbare Regler, mit denen du Parameter in Echtzeit bearbeiten kannst und einen leistungsstarken Arpeggiator.

Mikrofone

Wenn du nicht ausschließlich mit virtuellen Instrumenten oder Samples arbeitest, benötigst du ein Mikrofon, um Gesang oder akustische Instrumente aufzunehmen. Es gibt eine enorme Anzahl von Mikrofonen - und nicht alle sind für jede Aufgabe geeignet. Bei Aufnahmen im Home Studio solltest du Mikrofone mit einer Nierencharakteristik bevorzugen. Sie weisen den Schall von der Rückseite ab und sind daher für weniger präparierte Räume nützlich.

Zum einen gibt es da das Großmembran-Kondensatormikrofon. Es verfügt über einen glasklaren Klang und eignet sich insbesondere für Gesang, Akustikgitarren und andere akustische Quellen. Dem gegenüber stehen dynamische Mikrofone. Das Shure SM 57 ist hier eine besondere Empfehlung wert. Es ist ein absoluter Klassiker und war aufgrund seiner Vielseitigkeit schon auf unzähligen Aufnahmen zu hören. Mikrofone dieser Art werden meist für die Aufnahme von Gitarren- und Bassverstärkern, Percussion und Teile des Drum Kits eingesetzt.

Denke daran, dass ungeachtet davon, wie viel du in ein Mikrofon investierst, letztlich auch die Raumakustik und das Skillset des Sängers/Instrumentalisten das Klangergebnis mitbestimmen.

Autor: Tim Fischer
Über den Autor:
Tim Fischer

Tim ist freiberuflicher Autor und erstellt Content für diverse Webseiten und Blogs. Nach einer Ausbildung zum Musik- und Sounddesigner hat er Onlinejournalismus an der Hochschule Darmstadt studiert. Nebenher ist er Musiker, spielt Gitarre, Bass und Synthesizer und ist im Psychedelic Rock zu Hause.

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